App Monetarisierung – Wie Sie mit einer App Geld verdienen

11. Apr 22

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Der mobilen App Industrie wird für das Jahr 2026 ein Jahresumsatz von € 370.3 Milliarden prognostiziert. Verständlich also, dass Sie sich, als App-Entwickler, einen Teil des Kuchens sichern wollen. Gleichzeitig sind allerdings 9 von 10 Apps kostenfrei für die Nutzer und lediglich 5-10% aller Mobile-App-Nutzer sind bereit, für eine App zu zahlen.

Wenn Sie sich jetzt fragen, wie das sein kann, finden Sie nachfolgend die ausführliche Antwort darauf. Zudem zeigen wir Ihnen auf, wie Sie sich aus der Vielzahl an möglichen Monetarisierungs-Varianten für die am besten zur Ihrer App passenden entscheiden.

Kurz und bündig lautet die Antwort auf die Frage, wie kostenlose Apps Hunderte von Milliarden Euro Umsatz erzielen: Mit Werbung.

Da Werbung allgemein denkbar unpopulär bei Konsumenten weltweit ist, stellt das Thema einige Hürden auf, für die es aber glücklicherweise eine Vielzahl an Lösungen gibt. Die Erfolgreichsten zeigen wir Ihnen hier auf.

Apps sind Marketing-Tools, die Reichweite und Umsatz generieren sollen.
Dazu ist es wichtig, vor Beginn der App-Entwicklung zu wissen, welche Ihre Zielgruppe ist, welchen Nutzen Ihre App haben soll, wie Ihre Nutzer an die App gebunden werden sollen und das dazu passende Businessmodel zu finden.

Dabei können Ihnen folgende relevante Fragen helfen:

Welches Problem soll die App lösen?
Was macht die App einzigartig?
Würden Nutzer dafür zahlen? Und falls ja, warum?
Wofür würden die Nutzer sonst noch zahlen?
Welches Modell nutzt die Konkurrenz und wie gut läuft das für sie?
Welches Monetarisierungskonstrukt passt zu Ihrer App und Ihrer Zielgruppe?

Zudem sollten Sie beachten, dass es seine Zeit dauern kann, bis Ihre App an Popularität gewinnt und die Nutzerzahlen steigen. Außer, Sie haben das Kapital durch den Kauf von gezielter Werbung den Start Ihrer App zu boosten.

Um zu verstehen, welche Monetarisierungsvariante(n) für Ihre App und deren Nutzer geeignet sind, haben wir Ihnen die populärsten und profitabelsten Methoden einmal zusammengefasst:

 

Variante 1 – Kostenlos, aber mit Werbung (In-App-Ads)

Die Nutzung der App ist für jeden Nutzer bedingungslos kostenfrei.
Daher werden schnell viele Nutzer angelockt, deren Daten gesammelt und an Werbeagenturen oder Datenhändler verkauft werden, die dann zielgruppenorientiert Werbeanzeigen innerhalb der App platzieren.

Ein Paradebeispiel für dieses Verfahren ist Facebook.

Pros:
– Apps sind perfekte Datensammler, besonders für Nutzerverhalten und Location Tracking etc.
– Schneller Nutzer-Zuwachs, da kostenlos.
– Effektiv für die Nutzung von gezielten Werbeanzeigen.

Cons:
– Nicht sonderlich innovativ und Werbung ist recht unbeliebt bei vielen Nutzern.
– Werbeanzeigen nehmen schon limitierten Platz ein und beeinflussen die user experience Ihrer App negativ.
– Werbung lenkt ab und stört, wenn es darum geht, ein schnelles Resultat, oder eine Info zu finden.

 

Variante 2 – Freemium

Hierbei ist der Basiszugang kostenfrei, bestimmte „Premium“-Features sind aber zahlungspflichtig.
Grundfunktionen der App sind somit für jeden Nutzer zugänglich, mit dem Ziel, dass die Nutzer den Mehrwert der kostenpflichtigen Features erkennen und bereit sind dafür zu bezahlen.

Diese Variante lässt sich extrem vielseitig einsätzen und funktionier besonders gut bei Langzeitformaten wie z.B. in den Bereichen News, Gaming oder auch Dating.

Pros:
– Einfacher Zugang für eine breite Masse und einfache Überzeugung durch den Vorführeffekt.
– Flexibel anwendbar, da für nahezu jede Anwendung geeignet.

Cons:
– Den richtigen Mittelwert zu aus kostenfreien und zahlungspflichtigen Funktionen zu finden.

 

Variante 3 – Zahlungspflichtige Apps

Diese App ist nur gegen Bezahlung zu erwerben und bietet Entwicklern mit jedem neuen Nutzer garantiertes Einkommen. Allerdings muss die App einen extrem guten Ruf haben, oder überzeugende Previews und Bewertungen im App Store vorweisen, die veranschaulichen, dass die App besser als die Alternativen ist.

Pros:
– Direktes Vorabeinkommen für die Entwickler mit jedem neuen User.
– Wahrscheinlich häufigere Nutzung der User, da sie für die App gezahlt haben.
– Keine nervige Werbung.
– Für gewöhnlich ausgereiftere und innovativere Apps, da hohe Erwartungshaltung der User.

Cons:
– Sehr schwer zu vermarkten, da der Markt völlig überflutet ist.
– App Stores verlangen Umsatzbeteiligung.
– Bezahlte Apps verschwinden zunehmend vom Markt.
– Kosten halten eine Vielzahl der User davon ab, die App zu nutzen.

 

Variante 4 – Verkauf von Gütern und Dienstleistungen

Diese Art von App fungiert als Shop, in dem man Güter wie z.B. Kleidung, Essen, Reisen, oder virtuelle Dinge wie E-books, Game Add-ons, Musik, Tokens etc. verkauft.

Pros:
– Besonders gut geeignet für E-commerce und Shopping-Apps jeglicher Art.
– Geringes Risiko für die Entwickler und attraktive Profite.
– Gute Basis für weitere Monetarisierungsmöglichkeiten.
– Hohe Gewinnmarge, da geringe laufende Kosten.
– Flexibel, da Affiliate Programme und Partnerschaften für zusätzliches Einkommen sorgen können

Cons:
– App Stores verlangen eine Umsatzbeteiligung am Vertrieb von virtuellen Gütern.
– Risiko von Regulationen, da es z.B. für Kinder oft zu einfach ist, Dinge zu kaufen.

 

Variante 5 – Abo-Modell

Ähnlich wie das Freemium Modell, bietet diese Variante eine kostenfreie Preview und verlangt für den Abruf des kompletten Inhalts die Zahlung eines regelmäßigen Beitrags. Allerdings werden hier Inhalte freigeschaltet, also Videos, Bilder, Musik etc. anstatt Funktionen.
Ein gutes Anwendungsbeispiel hierfür sind z.B. Podcasts, insbesondere solche, die oft kontroverse Themen behandeln und nicht zensiert werden wollen.

Pros:
– Nutzer wissen den Wert des Preises zu schätzen und konsumieren den Inhalt in vollem Umfang, was die Loyalität zur App steigert.
– Generiert regelmäßiges Einkommen für die Entwickler.
– Abonnenten sind für gewöhnlich treue und loyale Nutzer.
– Motiviert die Entwickler möglichst hohe Qualität zu liefern.

Cons:
– Nicht für alle Arten von Apps anwendbar (Primär News, Podcasts und Entertainment).
– Es kann schwierig sein, die Paywall passend zu platzieren.

 

Variante 6 – Sponsoren

Hierbei werden Partnerschaften mit Sponsoren abgeschlossen und durch das Freischalten von Rewards in der App werden dem Nutzer besondere Angebote angezeigt, von denen die App- Entwickler einen Anteil ausgezahlt bekommen, wenn der Nutzer sie kauft.

Pros:
– Innovativ und für viele Bereiche einsetzbar.
– Nervt nicht, ist nicht aufdringlich für den Nutzer und ist förderlich für die Funktion der App.
– App Entwickler machen Umsatz und Nutzer profitieren von Vergünstigungen.

Cons:
– Die Methode ist noch recht neu und nicht langzeiterprobt. Daher können die Erfolgsquoten stark variieren.
– Es kann Überzeugungsarbeit bedürfen, um Sponsoren für diese neue Art des Werbens zu gewinnen.

 

Variante 7 – Kostenlose Demo

Die Methode, potenzielle Nutzer von Ihrer App durch eine kostenlose Demo zu überzeugen und dazu zu bringen, Geld dafür zu zahlen, ist vergleichbar mit der Freemium-Variante. Allerdings werden im Fall der Demo alle Funktionen der App zum testen direkt freigegeben, aber nur für einen begrenzten Zeitraum. Statistisch hat das kostenlose Demo Modell eine höhere Abschlussrate, als die Freemium-Methode.Pros:
– Attraktiv für Nutzer, da sie die App im vollem Umfang testen können.
– Geringes Risiko für App-Entwickler.
– Vielseitig ausbaubar.
– Für viele verschiedene Bereiche anwendbar.

Cons:
– Ungewissheit, ob sich genügend Nutzer nach der Demo anmelden.
– Nur in begrenzten Bereichen anwendbar (Primär Games).

 

Statistisch gesehen, erreicht bezahlte Videowerbung mit einer 75% Abschlussrate das höchste Umsatzvolumen. Dicht gefolgt von In-App Verkäufen, die besonders im Gaming-Segment enorm profitabel sind und ca. 63% aller Nutzer monitarisieren können.

Wichtig zu verstehen ist, dass sich die aufgelisteten Varianten auch miteinander kombinieren und anpassen lassen. Entscheidend dabei ist, dass die gewählte Monitarisierung zu Ihrer App und deren Nutzern passt und gleichzeitig maximal profitabel für Sie als App Entwickler ist. Dabei auf eine Art der Monetarisierung zu setzten, die Ihre Nutzer am wenigsten nervt und im besten Fall davon profitieren lässt, ist sicherlich immer eine zielführende Herangehensweise.

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